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Baustellenbesichtigung des Windparks Weisendorf

Gesellschafterinnen und Gesellschafter wurden heute exklusiv über den neuesten Stand, bei einer Baustellenbesichtigung, informiert.

Weisendorf – drei Windräder, Typ Vestas V172 (Nennleistung: 7,2 MW), mit einem Rotordurchmesser von 172 m und einer Nabenhöhe von 175 m, die einen geplanten Parkertrag von 39 Mio. kWh pro Jahr produzieren werden. Das erste Windrad geht bereits Anfang November in Betrieb.

Aktuell bewegt sich der Bürgerwindpark Weisendorf auf die spannendste Bauphase zu, der Errichtung der Windanlagen. Die 240 Gesellschafterinnen und Gesellschafter wurden heute exklusiv über den neuesten Stand, bei einer Baustellenbesichtigung, informiert.

Begrüßende Worte gab es durch Timo Wendel, 1. Bürgermeister Markt Weisendorf. Die Geschäftsleitung von Wust – Wind & Sonne und der Bürgerwindenergie Weisendorf, Nadine Paulus, berichtete über das Projektgeschehen.

„Wir haben heute die einmalige Gelegenheit, die Großkomponenten der Windkraftanlage aus der Nähe zu betrachten, die später hoch über unseren Köpfen arbeiten und grünen Strom hier vor Ort erzeugen“, Nadine Paulus, Geschäftsführerin von Wust – Wind & Sonne.

„Mit dem Bürgerwindpark Weisendorf entsteht ein bedeutendes Projekt für die zukünftige Energieversorgung unserer Region. Besonders wichtig ist mir dabei, dass Wertschöpfung und Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort bleiben und Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an der Energiewende teilhaben können. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass auch eine Kommune wie der Markt Weisendorf einen konkreten Beitrag zu einer zunehmend regionalen und nachhaltigen Energieversorgung leisten kann. Ich freue mich, dass die Umsetzung inzwischen so weit fortgeschritten ist und wir gemeinsam einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gehen“, so Timo Wendel, 1. Bürgermeister von Markt Weisendorf.

Bürgerbeteiligung nach dem Echten Bürgermodell

240 Bürgerinnen und Bürger aus der Region werden die drei Energieanlagen betreiben – nach dem Prinzip des Echten Bürgermodells. Die Anleger bestimmen hier mit. Die Mindestanlage beträgt 5.000 €. Die Auswahl erfolgt nach dem Zwiebelschalenprinzip, d.h. Kommanditisten kommen vorrangig aus der Standortgemeinde und Umgebung. Die Gemeinde erhält größtenteils die Gewerbesteuer (95 %).

Bürgerinnen und Bürger vor Ort können den erzeugten Strom direkt über den Anbieter von Wust – Wind & Sonne „RegioGrünStrom“ (www.regiogruenstrom.de) zum Sonderpreis beziehen.

Fakten zum Projekt

Seit gestern befinden sich alle Komponenten an den Bürgerwindanlagen (WEAs). Pro WEA waren zehn Großraum- und Schwertransporte notwendig. Der Rotorblatttransport hatte dabei eine Gesamtlänge von 96,40 m und ein Gewicht von 75 t. Der schwerste Transport, der Triebstrang (Generator und Getriebe), hatte 155 t auf 14 Achsen.

Im Fundament sind 880 m³ Beton und ca. 125 t Baustahl verbaut. Es hat einen Durchmesser von 26,50 m und eine Höhe von 2,90 m. Der Betonturm besteht aus 37 Ringsegmenten, die jeweils aus drei Segmenten zusammengesetzt sind. Dieser reicht bis auf eine Höhe von 105,73 m. Auf den Betonturm werden drei Stahlrohrtürme aufgesetzt, zusammen 66,64 m. Die Errichtung ab dem Betonturm dauert unter idealen Bedingungen sechs Tage. Bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 10m/s müssen die Arbeiten unterbrochen werden.

Der Kran hat eine Gesamthöhe von 190 m. Beim Aufrichten des Krans werden 450 t als Gegengewicht benötigt. Der Kran wird in Einzelteile mit ca. 65 LKW-Transporten angeliefert und beim Umzug zu den einzelnen Standorten wieder komplett zerlegt.

Planmäßig sollen die Windanlagen in drei Wochen fertig gebaut sein und Anfang November soll die erste Anlage in Betrieb gehen. Der Strom wird im Umspannwerk Kastenweiher, südlich von Büchenbach, ins Netz der Stadtwerke Erlangen eingespeist. Die Kabeltrasse, die dorthin verlegt wurde, hat eine Länge von 20,4 km.

Ein Standort mit Zukunft

Durch Geräusche oder Schattenwurf eines Windparks kann die Landschaft zeitweise verändert wahrgenommen werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (§6 EEG 2023) erlaubt den Betreibern 0,2 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde an angrenzende Gemeinden zu zahlen, um einen Ausgleich zu schaffen. Die Bürgerwindenergie wird diese Zahlungen freiwillig an die Standortgemeinden leisten. Die Einnahmen aus dem Windpark werden dazu hergenommen, um wichtige Bereiche zu fördern, z.B. Vereine, Soziale Projekte, Kultur, Jugendarbeit uvm. Die Bürgerenergiegesellschaft wird zusätzlich ausgewählte Projekte mit Spenden unterstützen.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt investieren Bürgerinnen und Bürger gemeinsam in ein Grünstrom-Projekt, das die Energiewende voranbringt und zum Klimaschutz beiträgt. Die Wertschöpfung bleibt nicht irgendwo anonym auf der Welt verteilt. Sie bleibt hier in unserer Region, bei unseren Bürgerinnen und Bürgern. Infos zur Beteiligung finden Sie unter www.wust-wind-sonne.de.